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2. Mannschaft |
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Junioren |
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Équipe Special |
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Verein |
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Archiv Tabellen/Statistiken |
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Die Vereinsgeschichte des SV Wehen 1926 -
Taunusstein e.V.
| 1926 |
Gründung des Vereins auf Initiative von Heinz Dilger im Gasthaus "Zur Krone" (39 Gründungsmitglieder), Aufnahme des Spielbetriebs in der C-Klasse Wiesbaden. |
| 1927 |
Bau des Sportplatzes auf dem Halberg. |
| 1933 |
Auflösung des Vereins nach Machtübernahme des NS-Regime, Aufrechterhaltung des Spielbetriebes durch gelegentliche Freundschaftsspiele (bis 1939). |
| 1946 |
Wiedergründung des Vereins durch Karl Bender und Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit zwei Mannschaften. Bis zur Saison 1948/49 spielt die 1. Mannschaft in der B-Klasse Wiesbaden. |
| 1948 |
Wilhelm Baum wird Vorsitzenmder, Karl Bender Ehrenvorsitzender. |
| 1955 |
Übungsleiter Willi Lehmann baut eine Jugendmannschaft auf. Die 1. Mannschaft, verstärkt durch Nachwuchsspieler, gewinnt ein Pokalturnier in Born, wird Zweiter bei einem Pokalturnier in Orlen und Sechster in der Meisterschaftsrunde. |
| 1957 |
Unter Übungsleiter Karl Haupt erreicht die 1. Mannschaft den vierten Platz. |
| 1958/59 |
Mit Trainer Andreas Reißländer (ehemals Vertragsspieler beim SV Wiesbaden) wird die Mannschaft zweimal Vizemeister. |
| 1959 |
Bau einer Umkleidehalle auf dem Halberg (wiederum in Eigenleistung bei Bereitstellung des Baumaterials durch Wilhelm Herdling). |
| 1960 |
Der SVW wird erneut Vizemeister, wird Kreis- und Bezirkspokalsieger und stößt erstmals im Pokalwettbewerb unter die 16 besten Vereine auf Landesebene vor. |
| 1963 |
In 2000 freiwilligen Arbeitsstunden wird das Spielfeld erweitert. |
| 1965 |
Die 1. Mannschaft wird unter Trainer Helmut Fiegen Meister der B-Klasse Wiesbaden und schafft den Aufstieg in die A-Klasse. Punkteverhältnis (54:0) und Torverhältnis (117:15) stellen bundesweiten Rekord und werden von ZDF (durch einen Filmbericht über den SV Wehen) und Sportpresse gewürdigt. |
| 1966 |
40-jähriges Bestehen, Aufnahme in den Landessportbund Hessen. |
| 1967 |
Einweihung der ersten Flutlichtanlage im Untertaunuskreis. |
| 1968 |
Der Verein erringt unter Trainer Willi Weber die Meisterschaft in der A-Klasse und steigt in die Bezirksliga auf, scheitert aber im Kreispokalendspiel gegen FC Bierstadt. |
| 1970 |
Einweihung des Sportlerheims auf dem Halberg. |
| 1971 |
Abstieg in die A-Klasse; Gründung einer Alte-Herren- Abteilung; Verstärkung der Jugendarbeit unter Helmut Viehmann, die sich durch den Gewinn mehrerer Kreismeisterschaften auszahlt. |
| 1975 |
Mit acht Mannschaften und ca. 120 Jugendlichen weist der SVW (unter Jugendleiter Günter Junker) die größte Jugendabteilung des Untertaunuskreises auf. |
| 1976 |
Die Jugendabteilung ist (unter Manfred Fuck) auf zehn Mannschaften und 150 Jugendliche angewachsen. 50-jähriges Bestehen in Verbindung mit weiterem Ausbau des Sportplatzes. |
| 1982 |
Heinz Hankammer übernimmt Vorsitz von Helmut Kraft. Auszeichnung des Vereins mit Preis der Sepp-Herberger-Stiftung für vorbildliche Jugendarbeit. |
| 1983 |
Meister der A-Klasse und Aufstieg in Bezirksklasse (unter Trainer Karlheinz Kühn). |
| 1984 |
Meldung einer Damenmannschaft. |
| 1985 |
Abstieg der 1. Mannschaft in die A-Klasse. |
| 1986 |
Sofortiger Wiederaufstieg in die Bezirksklasse (unter Horst Hülß). |
| 1987 |
Bezirksliga-Meister und Aufstieg in die Landesliga. |
| 1988 |
Hessenpokalsieger und Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals (2:3 gegen Kaiserslautern). |
| 1989 |
Landesliga-Meister und Aufstieg in die Oberliga. |
| 1992 |
Vize-Hessenpokalsieger und Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokals (2:3 gegen Eintracht Frankfurt). |
| 1994 |
Insgesamt 18 Mannschaften qualifizieren sich für die Regionalliga Süd, jeweils sechs aus den Bereichen der Oberliga Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. In der Drei-Jahres-Punktewertung steht der SVW zwar nur auf Platz 7 (Plätze 11, 9 und 3 in den Spielzeiten von 1991 bis 1994), doch da der FSV Frankfurt den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, rückte Wehen nach. |
| 1994/95 |
Tabellenplatz 17, Abstieg in die Oberliga. |
| 1995/96 |
Platz 7 in der Oberliga, Hessenpokalsieger und Einzug in die
DFB-Pokal-Hauptrunde (1:2 gegen Zweitligist VfB Lübeck). |
| 1996/97 |
Oberliga-Meister und Aufstieg in die Regionalliga. |
| 1997/98 |
Regionalliga: Tabellenplatz 13 |
| 1998/99 |
Regionalliga: Tabellenplatz 6 |
| 1999/00 |
Regionalliga: Tabellenplatz 13. Der SVW qualifiziert sich für die zweigleisige Regionalliga und wird zum dritten Mal Hessenpokalsieger. |
| 2000/01 |
Im DFB-Pokal zwingt der SVW Borussia Dortmund in die Verlängerung, verliert mit 0:1 durch einen Treffer von Heiko Herrlich. Regionalliga: Tabellenplatz 11. Vize-Hessenpokalsieger. |
| 2001/02 |
Der SVW liefert sich mit Eintracht Trier ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten
Aufstiegsplatz, hat zwei Spieltage vor Saisonende noch alle Chancen, rangiert am Ende nach zwei Niederlage zum Abschluss "nur" auf Platz 6. |
| 2003 |
Umwandlung des Vorstandes in ein Präsidium, Heinz Hankammer wird zum Präsidenten gewählt. Djuradj Vasic übernimmt das Traineramt von Gerd Schwickert (4. November) und erreicht noch den siebten Tabellenplatz in der Regionalliga. Vize-Hessenpokalsieger. |
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2003/04 |
Mit 14 Punkten aus sechs Spielen glänzend gestartet,
muss Trainer Vasic das Team notgedrungen verjüngen. Der
Erfolg bleibt dennoch nicht aus, von einem Heim-1:6
gegen Erfurt einmal abgesehen. Der Höhepunkt ist am 28.
Spieltag erreicht: Nach einem 2:0 über die Mainzer
Amateure belegt der SV Wehen den ersten Aufstiegsplatz
(hinter den nicht aufstiegsberechtigten Amateuren von
Bayern München). Dann folgen allerdings sechs sieglose
Spiele mit Niederlagen bei den direkten Konkurrenten RW
Erfurt und 1. FC Saarbrücken, die dadurch in der Tabelle
vorbeiziehen. Zu Saisonende steht dann gar Tabellenplatz
7 zu Buche. Im Hessenpokal gab es das "Aus" gegen
Landesligist Würges. |
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2004/05 |
63
Punkte hat der SV Wehen nach dem 34. Spieltag auf dem
Konto, 19 von 34 Spielen gewonnen, mehr als nahezu alle
Meister der Regionalliga-Historie. Am letzten Spieltag
stand der SV gar 30 Minuten in der Zweiten Liga. Der
entscheidende Vorteil für die Sportfreunde Siegen, die
neben Kickers Offenbach den zweiten Aufsteiger stellen,
resultierte aus einem Formfehler im Hinspiel (1:1), das
für Wehen als verloren und für Siegen als gewonnen
gewertet wurde. Doch das Heimspiel gegen den bereits als
Absteiger feststehenden SC Feucht (1:1) am drittletzten
Spieltag war zumindest genauso entscheidend. Djuradj
Vasic hatte die Stamm-Mannschaft weiter verjüngt.
Höhepunkt der Saison war im März 2005 das 4:0 über
Bayern München Amateure - die Zuschauer erlebten
Traumfußball auf dem Halberg. Eine unnötige Niederlage
beim 1. FC Eschborn verhindert den fast sicheren Einzug
in den DFB-Pokal. |
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2005/06 |
Der Saisonauftakt geht daneben, erst im fünften Spiel
(in Elversberg) gelingt der erste Sieg. Extremes
Verletzungspech kommt hinzu: So müssen mit Thomas
Brendel, Guido Gorges, Jurij Krause und Suad Rahmanovic
vier Langzeitverletzte kompensiert werden. Sehr
wechselhaft die weiteren Ergebnisse: Gegen die späteren
Aufsteiger Augsburg und Koblenz werden 9 von 12
möglichen Punkten geholt, dafür leistet sich das Team an
anderer Stelle gegen vermeintlich schwächere
Mannschaften unerklärliche Aussetzer (2:4 gegen KSC II,
1:3 in Bayreuth). Ein starker Schlussspurt mit sieben
Siegen in Serie beschert doch noch Tabellenplatz Drei.
Zudem stellt der SV Wehen mit Maximilian Nicu einen von
zwei Torschützenkönigen der Liga (17 Treffer, gemeinsam
mit Augsburgs Okpala). Im Hessenpokal ist im Halbfinale
gegen Darmstadt 98 Schluss. |
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2006/07 |
"Wir werden ganz oben dabei sein. Ich hätte doch meinen
Beruf verfehlt, wenn ich mir andere Ziele setzen würde.
Wenn wir jetzt noch eine bessere Abwehrleistung zeigen
als im vergangenen Jahr, gehe ich felsenfest vom
Aufstieg aus." So Kapitän Sascha Amstätter im
Fußball-Terminkalender des Wiesbadener Tagblatt vor
Saisonbeginn. Genau ins Schwarze getroffen! Am 13.
Spieltag erklimmt das Team die Tabellenspitze und gibt
diese nicht mehr her. Und das, obwohl mit Maximilian
Nicu und Bakary Diakité die besten Torschützen zu
kompensieren waren und Trainer Djuradj Vasic den Verein
im Oktober in Richtung Braunschweig verließ. Doch unter
dem Gespann Christian Hock/Steffen Vogler legt die
Mannschaft erst richtig los. Am sechstletzten Spieltag
in Pirmasens wird der Aufstieg unter Dach und Fach
gebracht, am vorletzten Spieltag die Meisterschaft. Das
Unternehmen Hessenpokal endet im Viertelfinale in
Klein-Karben, doch als Aufsteiger in die 2. Liga ist
Wehen dennoch für die 1. Runde des DFB-Pokal
qualifiziert. Dafür sichert sich der SV Wehen den
Rheingau-Taunus-Kreispokal nach einem 7:0 im Finale
gegen TuS Beuerbach.
Auch die II. Mannschaft, von
Friedel Müller und Thomas Zampach trainiert, erreicht
den Aufstieg und darf nun nach 15 (!) Jahren Landesliga
künftig in der Oberliga antreten. |
Auftritte im DFB-Pokal
Saison 1988/89
1. Runde (06.08.1988): VfL Kirchheim/Teck - SV Wehen 1:2 (Tore: Zer, Zer)
2. Runde (24.09.1988): FC Emmendingen - SV Wehen 1:3 (Tore: Kölsch, Zer,
Collet)
Achtelfinale (09.12.1988): SV Wehen - 1. FC Kaiserslautern 2:3
Dicke
Suppe in Wiesbaden
Ganze sechs Minuten fehlten dem SV Wehen zur Sensation gegen Bundesligist Kaiserslautern. Assmann und Collet hatten die frühe Führung der Lauterer umgedreht und den Landesligisten mit 2:1 in Führung gebracht. Die rund 10.500 Zuschauer in Wiesbaden - Wehens Halberg war zu klein für den Auftritt der Roten Reufel - konnten zwar wegen des Nebels kaum etwas sehen, feierten den Auftritt des frechen Außenseiters aber dennoch euphorisch. Erst in der turbulenten Schlussphase sorgten Lauterns Abwehrpolizist Schulz und Allievi doch noch für den schmeichelhaften Sieg des Favoriten. "Ich bin froh, daß die Entscheidung während der regulären Spielzeit fiel. In der Verlängerung wären wir sicher eingebrochen und untergegangen", war Wehens Regisseur Bruno Hübner darüber nicht einmal böse. (Quelle: Matthias Weinrich/Hardy Grüne, Deutsche Pokalgeschichte seit 1935)
WEHEN:
Mosbach – Assmann - Utsch, Peuckmann - Anspach, Dekic,
Hübner, Collet, Zengler - Maurer (46. Zer), Kölsch
FCK: Ehrmann - Emig - Friedmann, M. Schulz - Roos
(80. Schupp), Foda, Wuttke, Groh, Hoos (76. Allievi) -
Hartmann, Kohr
TORE: 0:1 Kohr (18.), 1:1 Assmann (55. / HE), 2:1
Collet (64.), 2:2 Schulz (84.), 2:3 Allievi (90.)
SCHIEDSRICHTER: Fux (Stutensee)
ZUSCHAUER: 10.154 in Wiesbaden
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Saison 1992/93
1. Runde (19.08.1992): SV Wehen - Eintracht Frankfurt 2:3
Ein Tor zum Ja-Wort
Als Tony Yeboah in der 84. Minute das 3:0 für die Frankfurter Eintracht schoß, gab niemand der rund 10.000 Zuschauer im Wiesbadener Stadion noch einen Pfifferling auf den SV Wehen. Zu deutlich hatten die Adlerträger bis dato den Amateurligisten dominiert, als daß in den letzten Minuten noch etwas passieren könnte. Doch die Wehener gaben nicht auf. Als Sauer in der vorletzten Minute den 1:3-Ehrentreffer markierte, ging noch einmal ein Ruck durch die Elf, und als Raab Sekunden später sogar zum 2:3 traf, war plötzlich wieder alles drin. Letztlich reichte es jedoch nicht mehr zum Ausgleich, und die Frankfurter gingen als glückliche Sieger vom Platz. Glücklich war übrigens auch Wehens Torschütze Bernhard Raab, dessen langjährige Freundin Silke ihm vor dem Spiel einen Heiratsantrag gemacht hatte. (Quelle: Matthias Weinrich/Hardy Grüne, Deutsche Pokalgeschichte seit 1935)
WEHEN: Vogler - Utsch - Kornhuber, Süß - Jakob, Boche, Hübner, Schröder (54. Sauer), Brummer (73. Bals) - Raab, Feyen
FRANKFURT: Stein - Binz - M.Klein, Bindewald - Bommer (53. Penksa), Falkenmayer, Bein, Wolf, Weber - Yeboah, Kruse (85. E.Schmitt)
TORE: 0:1 Binz (36.), 0:2 Klein (38.), 0:3 Yeboah (84.), 1:3 Sauer (89.), 2:3 Raab (90.)
SCHIEDSRICHTER: Dr.Fischer (St. Wendel)
ZUSCHAUER: 10.000 in Wiesbaden
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Saison 1996/1997
1. Runde (11.08.1996): SV Wehen - VfB Lübeck 1:2
WEHEN: Vogler - Müller - Junginger (62. Marggraf), Dalkilic - Raab, Zampach, Stohn, Wilde, Sauer - Reichenberger, Ott (66. Saridogan)
LÜBECK: Wilde - Behnert - Mazeikis, Schwinkendorf - T.Hoffmann, van der Steen, Jurgeleit, Kindgen, A.Winkler - Golke, Schwerinski (65. Aerdken)
TORE: 0:1 Schwerinski (36.), 1:1 Raab (54.), 1:2 Hoffmann (59.)
SCHIEDSRICHTER: Insam (Köln)
ZUSCHAUER: 1.500
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Saison 2000/2001
1. Runde (26.08.2000): SV Wehen - Stuttgarter Kickers 2:1
Wehens „Verwandlungskünstler“ sorgen für Pokal-Überraschung
Mehic
sichert 2:1-Heimerfolg über Zweitligist Stuttgarter Kickers
„Jetzt endlich ein Bundesligist“
Das gibt es nur beim SV Wehen. Vor gut einer Woche nach
dem 0:3 im Regionalligaspiel gegen Trier noch mit herben
Kritiken bedacht, präsentierten sich die gebeutelten
Halberg-Kicker plötzlich als Verwandlungskünstler und
avancierten durch den 2:1 (2:0)-Erfolg über Zweitligist
Stuttgarter Kickers zu strahlenden Pokalhelden. „Wir
hatten den berechtigten Ärger des Publikums zu spüren
bekommen und wußten auch, was in den Medien berichtet
wurde. Letztlich war das für uns ein leichtes Spiel, weil
wir nichts zu verlieren hatten“, meinte Abwehrspieler
Kelvin King nach dem Einzug in die zweite Runde, die Ende
November steigt. Auch Trainer Gerd Schwickert war die
Erleichterung anzumerken: „Die Mannschaft „Richtige
Antwort“ hat auf das Spiel gegen Trier die richtige
Antwort gegeben und kämpferisch alles gezeigt. Der Sieg
geht in Ordnung.“
Kollege Hans-Jürgen Boysen hatte an der Niederlage schwer
zu knabbern: „Ich ärgere mich wahnsinnig über unser
Ausscheiden – es war total unnötig. Wenn ich meinen
inneren Befund zugrunde lege, müssten jetzt alle am Zaun
ausgepeitscht werden.“ Nun hoffen die Wehener, dass „wir
endlich seinen lukrativen Bundesligisten ziehen“, so der
Sportliche Leiter Bruno Hübner. Die Auslosung wird am
Samstag in der Pause des EM-Qualifikationsspiels
Griechenland gegen Deutschland vorgenommen. Bereits in der
siebten Minute hatte Boysen erstmals Grund zur
Unzufriedenheit, als Markus Weinzierl leichfertig den Ball
an Wehens Sead Mehic verlor und dieser die Kugel vom linken
Strafraumeck unhaltbar in den Winkel zirkelte. Nur 80
Sekunden später herrschte erneut Konfusion in der
Stuttgarter Abwehr. Ermin Melunovic, gerade erst von Mainz
05 ausgeliehen, setzte sich an der Torauslinie durch, passte
in die Mitte, wo abermals Mehic zur Stelle war: 2:0! Wehens
Fans staunten ungläubig und zeigten sich im Handumdrehen
mit der Elf versöhnt, die fortan Willens- und Zweikampfstärke
demonstrierte.
Die spürbar verunsicherten Kickers kamen bis zur Pause kaum
zu Chancen. Wehens Keeper Christian Lache musste lediglich
einmal vor dem ansonsten von Kelvin King gut beschatteten
Brasilianer Silvinho und bei einem Distanzschuss von Torsten
Ziegner retten. Derweil ließ Sascha Amstätter den
Stuttgarter Regisseur Marek Penksa nicht zur Entfaltung
kommen. Erst das per Kopf erzielte Anschlusstor durch den
eingewechselten Youngster Timo Dörflinger (52.) brachte die
Gastgeber kurzzeitig in Verlegenheit. Lache lenkte in der
Folge einen Kopfball Mark Zimmermanns an die Latte, ehe der
Stuttgarter Schwung verpuffte, weil Wehen mit selten
erlebter Hartnäckigkeit die Defensive stabilisierte,
spielerisch indes nur noch wenig auf die Beine brachte. Nach
Kings Vorstoß hätte „Laufwunder“ Mehic dennoch erhöhen
können (72.), und auch ein Heber des quriligen Bosniers wäre
in der 79. Minute fast im Kickers-Kasten gelandet. „Mehics
Pensum war super angesichts der Hitze. Und bei Melunovic hat
man gesehen, dass er eine Verstärkung für uns wird“,
zollte Schwickert seinem neuen Sturm-Duo Anerkennung.
Gleichwohl hatten die Taunussteiner im Finish noch eine
brenzlige Situation zu überstehen. In der 87. Minute war
die Deckung einmal nicht im Bilde, doch Zimmermann zielte
aus kurzer Distanz daneben. „Eine hundertprozentige
Chance“, ärgerte sich Boysen, während Wehen wenig später
in kollektiven Jubel ausbrach.
Im morgigen Punktspiel bei Rot-Weiß Erfurt (18 Uhr) soll
nun mit ähnlicher Energieleistung zumindest ein erster
Regionalliga-Auswärtspunkt herausspringen. „Aber das ist
wieder ein ganz anderes Spiel“, sagt Gerd Schwickert und
hofft auf dauerhafte Konservierung des erwachten
Kampfgeistes: „Wo doch die nötige Einstellung eigentlich
eine Selbstverständlichkeit sein muss.“ Morgen in Erfurt
bleiben zwei Wehener Wermutstropfen. Der zur Pause
ausgetauschte Toni Da Silva klagt über Kniebeschwerden.
„Das hatte er zuletzt schon einmal und dann war nach zwei
Tagen wieder alles in Ordnung, aber diesmal bin ich
skeptisch“, so Trainer Schwickert. Daneben plagt sich Torhüter
Christian Lache mit einer Zerrung im Gesäß herum. (Quelle:
Stephan Neumann, Wiesbadener Kurier)
WEHEN: Lache - Wilde - King, Özcan (68. Parotta) - König, Amstätter, da Silva (46. Zaltenbach), Bunzenthal, Sauer - Melunovic (64. Naciri), Mehic
STUTTG. KICKERS: Ramovic - Weinzierl (25. Heberle) - Kritzer, Keuler - Marell (46. Dörflinger), Ziegner, Penksa, Raspe (73. Kapic), Kümmerle - Silvinho, Zimmermann
TORE: 1:0 Mehic (7.), 2:0 Mehic (9.), 2:1 Dörflinger (52.)
SCHIEDSRICHTER: Kreyer
ZUSCHAUER: 1.000
2. Runde (31.10.2000): SV Wehen - Borussia Dortmund 0:1 n.V.
Heiko Herrlich rettet Dortmund vor der Blamage
Wehen
liefert hochfavorisiertem Bundesligisten einen großen
Pokalkampf und verliert erst in der Verlängerung
Fußball-Regionalligist SV Wehen schlitterte gestern Abend
nur hauchdünn an einer dicken Pokalsensation in der 2.
DFB-Hauptrunde vorbei. Vor 13000 Zuschauern im Mainzer
Bruchwegstadion unterlag die Mannschaft vom Halberg nach
einem großen Kampf dem hochfavorisierten Bundesligisten
Borussia Dortmund 0:1 nach Verlängerung. Das Tor des Tages
erzielte in der 93. Minute Heiko Herrlich, der eine Ecke von
Miroslav Stevic einköpfte und dem Traditionsklub eine
Blamage ersparte.
Es war ein äußerst glücklicher Erfolg des BVB, lieferten
die Taunussteiner den Schwarz-Gelben doch einen offenen
Schlagabtausch. Ja, die Mannschaft von Trainer Gerd
Schwickert hätte die hochdramatische Partie eigentlich
gewinnen müssen. Gerd Schwickert hatte die Ruhe weg.
Anderthalb Stunden vor dem Anpfiff wollte Wehens Trainer
eigentlich die finale Spielersitzung abhalten. Pustekuchen.
Der Coach, von der Wiesbadener Hafa kommend, steckte zu
diesem Zeitpunkt noch im Stau, kam zehn Minuten zu spät. Im
Vergleich zum Dortmunder Tross indes war der 51-Jährige
verdammt früh dran. Der Borussen-Bus rollte erst eine
Dreiviertelstunde vor Spielbeginn gemütlich aufs Stadiongelände.
Als sich die Kicker aus dem Westfälischen schließlich aufwärmten,
goutierte Gerd Schwickert mit alten Kumpels aus dem Saarland
eine saftige Bratwurst. Wehen – Berlin 552 Kilometer. Das
von den Taunussteiner Fans im Q-Block (dort stehen sonst die
Anhänger des FSV Mainz 05) hochgehaltene Heimatkunde-Plakat
sorgte für heiteres Schmunzeln unter den Zuschauern.
Ein Schauer lief dagegen dem einen oder anderen auf den gut
besetzten Rängen den Rücken runter, als die Mannschaften
zur Einmarsch-Musik von Boxstar Henry Maske das Feld
betraten. Pokalfieber pur. Wehen zeigte seine mit Abstand
beste Saisonleistung. Und einer stach noch heraus. Sead
Mehic. Der Umstand ist deshalb so bemerkenswert, da seine
Frau stündlich das gemeinsame Baby erwartete, man dem 25-Jährigen
eigentlich eher die Rolle eines Nervenbündels zugestanden hätte.
Von einem Zwei-Klassen-Unterschied war nichts, aber auch gar
nichts zu sehen. Von Dortmunder Dauerdruck aufs
Taunussteiner Heiligtum, den wohl so mancher nach zwei Ecken
in den ersten 90 Sekunden befürchtet hatte, war jedenfalls
nichts zu spüren. Okay, die Ruhrpott-Recken besaßen in der
Anfangsphase die besseren Chancen. Etwa bei Lars Rickens
Freistoß, den Wehens Keeper Christian Lache erst im
Nachfassen abtötete und damit den Führungstreffer durch
den einschussbereiten Heiko Herrlich verhinderte. Brenzlig
wurde es auch, als Herrlich in eine flache Flanke von Jörg
Heinrich rutschte und die Kugel an den Außenpfosten
bugsierte.
Zwei Buhmänner erkoren sich die Zuschauer in Mainz. Zum
einen BVB-Torhüter Jens Lehmann, der demonstrative (?) Aufwärmübungen
zum Besten gab und damit, gewollt oder auch nicht gewollt,
das hochverehrte Publikum provozierte. Auf die Palme brachte
so manchen Fan auch jener Linienrichter, der Ermin Melunovic
gleich zweimal zurückwinkte. Selbst die, die auf gleicher Höhe
saßen und standen, schworen Stein und Bein: Das war kein
Abseits! Anders verhielt es sich, als der Ex-Mainzer drei
Meter vor Schlussmann Lehmann auftauchte.
Ein Aufschrei im Stadion begleitete die Aktion. Während
Wehen die Dortmunder Angreifer in Manndeckung nahm (Kelvin
King gegen Otto Addo, der bärenstarke Ex-Chemnitzer
Emmanuel Izuagha gegen Heiko Herrlich sowie Michael Sauer
gegen Emmanuel Krontiris), agierte der
Champions-League-Gewinner und Weltpokalsieger von 1997 mit
einer Dreierkette. Und haargenau darin sahen die
Taunussteiner ihre Chance. Immer wieder versuchten sie es
mit langen Bällen auf die schnellen Spitzen Mehic und
Melunovic. Frei nach dem Motto: Einer wird schon
durchkommen. Mit fortschreitender Spieldauer wurden
Dortmunds Bemühungen immer bescheidener.
Miroslav Stevics 40-Meter-Versuch, der peinlich weit am
Wehener Gehäuse vorbeiflog, durfte jedenfalls unter der der
Rubrik Verlegenheitsschuss abgeheftet werden. Die standing
ovations, die beim Gang in die Pause von den Tribünen
prasselten, sie galten einzig und allein dem Außenseiter
vom Halberg. Der Beifall, mehr freilich noch die alles
andere als berauschenden Darbietungen von Trainer Matthias
Sammers Starensemble machten Wehen offenbar Mut. Mut zu
Mehr. Mit Wiederanpfiff nahm die Truppe von Gerd Schwickert
plötzlich das Heft in die Hand und lieferte dem Goliath aus
dem Kohlenpott einen erstaunlich offenen Schlagabtausch. Und
plötzlich herrschte knisternde Pokal-Atmosphäre am Mainzer
Bruchweg. Begleitet von feurigen Samba-Trommlern.
Die Wehener, sie bekamen Chancen. Den Melunovic-Kopfball
kratzte Stevic von der Linie. Mehics Geschoss entschärfte
Lehmann. Christian Wörns schließlich warf seine ganze
Routine in die Waagschale und spitzelte dem
einschussbereiten Melunovic die Kugel in letzter Sekunde
weg. Schließlich hob Oliver Bunzenthal den Ball über
Lehmann, aber auch übers Borussen-Tor. Matthias Sammer
verfolgte das dramatische Geschehen mit verschränkten
Armen, scheinbar ruhig. Im Innern freilich kochte der
Feuerkopf ob des immer peinlicher werdenden Auftritts der
Schwarz-Gelben. In der 80. Minute stockte den entsetzten
Zuschauern, die Wehen nunmehr fanatisch unterstützten, der
Atem.
Christian Wörns, der zuvor per Kopf die Wehener Latte
getroffen hatte, stocherte die Kugel nach einer Ecke über
die Taunussteiner Torlinie. Doch der Pfiff und die
eindeutige Geste von Schiedrichter Gagelmann signalisierten
Entwarnung. Es war Abseits! Allgemeines Aufatmen am
Bruchweg. In den letzten zehn Minuten der regulären
Spielzeit gabs dann Einbahnstraßenfußball Richtung
Dortmunder Kasten.
Und Sascha Amstätters Kopfball in der 88. Minute strich
denkbar knapp am BVB-Tor vorbei. Drei Minuten nach Beginn
der Verlängerung gabs dann die ganz große Ernüchterung im
Bruchwegstadion. Nach einer Ecke von Miroslav Stevic war es
Heiko Herrlich, nach seinem Pfostentreffer gänzlich
untergetaucht, der mutterseelenallein am Fünfmeterraum
hochstieg und den Ball in die kurze Ecke köpfte.
Die Dimension des Dortmunder Jubelsturms machte deutlich,
wie groß die Erleichterung bei den Borussen war. 2500
Dortmunder Schlachtenbummler jubelten, aber 10500 Anhänger
des SV Wehen trugen Pokaltrauer. (Quelle: Wiesbadener
Kurier)
WEHEN: Lache - Wilde (107. Guht) - King, Izuagha - Naciri (58. da Silva), Bunzenthal, Amstätter (102. Gisinger), Hornung, Sauer - Melunovic, Mehic
DORTMUND: Lehmann - Evanilson, Wörns, Metzelder, Dedé - Ricken (106. Nerlinger), Stevic, Addo, Heinrich - Krontiris (91. Tanko), Herrlich
TOR: 0:1 Herrlich (92.)
SCHIEDSRICHTER: Gagelmann
ZUSCHAUER: 12.000 in Mainzer Bruchwegstadion
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