Regionalliga-Saisonausklang bei TSG Hoffenheim:
1:2 (0:1)-Niederlage tat kaum weh
Zu verschenken gab es nichts. Obwohl ja schon alles entschieden war.
Dennoch nahm Trainer Christian Hock zum Saisonausklang bei der TSG
Hoffenheim keine Experimente vor, was die Aufstellung betrifft. Frei von
jeglichem Druck sollten beide Mannschaften, seit Wochen als Aufsteiger
feststehend, aufspielen können.
Da war vor und während des Spiels Platz für kleinere und größere
Gesten. Sei es, dass die Fangruppen sich gegenseitig feierten und schon
auf die bevorstehende Zweitliga-Saison einstimmten. Zwei Dutzend
Schornsteinfeger standen Spalier, als die Spieler aus den Katakomben
aufs Spielfeld kamen. "Damit beide Mannschaften eine gute
Zweitliga-Saison spielen", so der Stadionsprecher. Zudem überreichte
TSG-Kapitän Francisco Copado unserem Spielführer Sascha Amstätter einen
Blumenstrauß als Gratulation für die Meisterschaft. Zuvor hatten unser
Trainerstab mitsamt Ersatzspielern den Hoffenheimern einige Weinflaschen
überreicht mit Widmung auf dem Etikett, wofür sich TSG-Coach Ralf
Rangnick ausdrücklich bedankte.
"Meine Spieler sollten es richtig genießen und in sich aufsaugen", so
Hock auf der Pressekonferenz in Sachen Marschroute: "Wir konnten befreit
aufspielen gegen einen ebenfalls befreiten Gegner." Daraus resultierte
ein sehr attraktives Spiel: "Tempo und Laufbereitschaft waren auf beiden
Seiten sehr hoch", analysierte Rangnick. Zum Verlauf: In der 8. Minute
war unser Sturmduo Martin Willmann/Matias Cenci (letzterer in seinem
letzten Spiel im Trikot des SV Wehen) alleine vor TSG-Keeper Daniel Haas
aufgetaucht, doch kam Cenci gegen Haas einen Schritt zu spät. Willmann
scheiterte kurz darauf nach Flanke von Torsten Reuter ebenfalls an Haas
(19.). Den Gegentreffer bereitete Niko Nakas mit einem missglückten
Querpass vor, den Schuss von Sejad Salihovic konnte Adnan Masic noch
abklatschen, aber gegen den Abstauber von Mirnes Mesic war er machtlos
(25.). Pech hatte Cenci, als sein Kopfball unmittelbar vor dem
Pausenpfiff nur die Latte touchierte (45.).
Nach dem Seitenwechsel lief der Ball flink durch das Hoffenheimer
Mittelfeld, doch erst in der 58. Minute traf Copado zum 2:0. Keine
Minute später rappelte es auf der anderen Seite: Aus spitzem Winkel traf
Torsten Reuter zum 2:1 (59.). In der Schlussphase steigerte sich unser
Team dann noch einmal und drängte auf den Ausgleich, doch glückte dieser
weder Cenci (86./Außennetz), Dominik Stroh-Engel (87./drüber), Ronny
König (89./zur Ecke geklärt) noch Sandro Schwarz (90./Latte). "Aufgrund
dieser Torchancen wäre ein Unentschieden verdient gewesen", so Hock.
Doch nach 90 Minuten bestand kein Anlass, sich ob dieser Niederlage
zu grämen, ist dadurch doch die großartige Saisonleistung nicht
geschmälert. "Es war schon zu Beginn der Saison klar, dass an Wehen nur
schwer jemand vorbeikommen würde", meinte Rangnick, "das heutige Spiel
hätte auch 6:5 ausgehen können." Doch letztlich war das Ergebnis beiden
Trainern relativ gleichgültig. Und wieso auch nicht? Beide Vereine haben
erreicht, worauf seit Jahren hingearbeitet wurde. Mehr ist zum
Saisonabschluss an dieser Stelle nun wirklich nicht zu sagen.
AUFSTELLUNG
TSG Hoffenheim: D. Haas – Bindnagel, Jaissle, Janker, M. Throm
– Spilacek, Salihovic (75. Maric) – Keller (69. Mayer), Copado, Paljic
(9. Teber) – Mesic.
SV Wehen: Masic – Nakas (80. König), Simac, Kopilas, Glibo –
Reuter, Amstätter (69. Stroh-Engel), Schwarz, Catic – Willmann, Cenci.
Tore: 1:0 Mesic (25.), 2:0 Copado (58.), 2:1 Reuter (59.).
Schiedsrichter: Perl (München).
Zuschauer: 3172. |